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Gruppentherapeutische Angebote

Autogenes Training für Kinder von 5 bis 12 Jahren

Im Alltag von Kindern und Heranwachsenden gibt es vielfältige Ablenkungen und häufig überfordernde Reizangebote. Vor diesem Hintergrund fördert Autogenes Training den gesunden, eigenverantwortlichen und selbst gesteuerten Umgang mit auftretenden Spannungen, die Ausdruck von Überforderungen und damit einhergehender Probleme sind.

Ganz nebenbei können Kinder durch Autogenes Training auch lernen, sich bewusst im Wohlgefühl der Ruhe und des „entspannten Nichts-Tuns“ zu erleben. Diese Erfahrung kann Kindern helfen, Nischen der Ruhe für sich zu entdecken und auszubauen.

Mittels gelenkter Aufmerksamkeit (z.B. durch Phantasiegeschichten mit „Kapitän-Nemo“) entdecken Kinder zunächst, wie angenehme bildhafte Vorstellungen eine körperlich-seelische Entspannungsreaktion anregen. Dies wird durch die reichhaltige kindliche Fantasie unterstützt.

Später präzisieren die Kinder diese entspannungsförderlichen Vorstellungen ggf. durch formelhafte Übungssätze (z.B. bei den Kapitän-Nemo Geschichten: „Nur ruhig Blut, dann geht alles gut!“), so dass sie lernen, durch Gedanken und Vorstellungen ihre Muskeln (Schwereempfindung), den Kreislauf (Wärmeempfindung) und die Arbeit der inneren Organe (Atmung, Herz, Bauch, Kopf) gezielt zu beeinflussen.

Nach anfänglichem Vorsprechen der Geschichten bzw. den Formeln des Autogenes Training, beginnt das Kind dann schrittweise die Anleitung zu übernehmen und sich selbst gedanklich vorzusprechen, bis es die Entspannung selbst herbeiführen kann.

Durch wiederholtes Üben nimmt die Fähigkeit zur Selbstbeeinflussung immer mehr zu und wirkt steuernd auf die Erregung des vegetativen Nervensystems ein. In der Wechselwirkung zwischen gedanklichen Vorstellungen und den Veränderungen im Organismus kann sich schließlich die Wahrnehmung für die ganzheitliche Entspannung ausbilden.

Autogenes Training fördert allgemein die Gesunderhaltung, den Selbstwert und die Lebensfreude. Es unterstützt das Gefühl, das eigene Leben selbstbestimmt und zufrieden gestalten zu können, wirkt Ängsten entgegen, unterstützt bei (Ein-) Schlafstörungen und stärkt die Abwehrkräfte des Körpers. Autogenes Training hilft deshalb nachgewiesener Maßen auch Situationen mit hoher Stressbelastung und auftretende Probleme besser zu meistern. Stressbelastungen, bei denen Autogenes Training zum Einsatz kommen kann, sind z.B.:

  • Unmittelbar dann, wenn ein als belastend empfundenes Ereignis auftritt
    • Streit im Elternhaus, in der Gruppe der Gleichaltrigen oder in der Schule
    • Anstrengungen, die vom Kind als überfordernd erfahren werden
  • Wenn schon im Vorfeld Stressreaktionen durch Gedanken und Empfindungen hervorgerufen werden
    • z.B. Erwartung einer Überforderung, die dem eigentlichen Ereignis vorausgeht wie etwa einer Klassenarbeit o.ä. nicht gewachsen zu sein
  • Nachdem ein belastendes Ereignis erlebt wurde
    • Unglücke
    • Trennungen
    • vom Kind als Verletzung erlebte Begebenheiten

Ebenso ist Autogenes Training als begleitende Behandlungsmethode bei körperlichen und/oder psychisch bedingten Störungen bzw. Krankheiten wirksam (z.B. Verhaltensauffälligkeiten, psychosomatische Beschwerden und chronische Erkrankungen).

  • Dauer: 50 min
  • Kosten: 15 €/Sitzung, Insgesamt 14 Termine
  • max. Teilnehmerzahl: 8 Kinder
  • Mitzubringen sind: Isomatte, leichte Decke und ein flaches Kissen
  • Das Angebot ist auch als Einzeltraining möglich. Die Kosten betragen dann
  • 46 € für 45 min

Im Einzeltraining kann dies auf Wunsch auch mit Unterstützung von Therapiebegleithund „Paul“ erfolgen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Entspannungsverfahren

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, für Jugendliche von 13 bis 21 Jahren

Die Progressive Muskelentspannung, ein an der Muskulatur ansetzendes Entspannungsverfahren, wurde in den zwanziger Jahren von Dr. Edmund Jacobson in den USA entwickelt. Unter der Vielzahl der heute angewendeten Entspannungsverfahren ist diese Methode zusammen mit dem Autogenen Training am weitesten verbreitet und am besten erforscht.

Progressive Muskelentspannung kann die Fähigkeit verbessern, Alltagsbelastungen in günstiger Weise zu bewältigen, kann die Gesundheit stärken und die Lebensqualität erhöhen.

Das regelmäßige Praktizieren des Trainings ist im Sinne eines gesundheitlichen Schutzfaktors ein wichtiger eigener Beitrag, um die seelische und körperliche Gesundheit zu schützen und zu stärken.

Die Progressive Muskelentspannung sagt vielen TeilnehmerInnen wegen des pragmatischen und „handfesten“ Charakters zumindest als Einstieg in das Entspannungstraining besonders zu. Während etwa beim Autogenen Training in aller Regel etwas Geduld bis zu den ersten spürbaren Wirkungen aufgebracht werden muss, werden bei der Progressive Muskelentspannung meist bereits nach den ersten Übungen Entspannungsempfindungen wahrgenommen.

Progressive Muskelentspannung kann

  • zur Vorbeugung von Entwicklungs- und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen beitragen
  • bei bereits bestehenden Störungen wie z.B. hyperkinetisches Syndrom, aggressives Verhalten oder Angststörungen als „Therapie – Baustein“ eingesetzt werden
  • die schulische Leistungsfähigkeit kann durch regelmäßiges Entspannungstraining verbessern
  • Psychovegetative Beschwerden wie z.B. Spannungskopfschmerzen oder „nervöse“ Magen-, Darm- und Herz-Kreislaufbeschwerden bessern oder ihre Entstehung vorbeugen
  • Einschlaf- und Durchschlafprobleme abbauen
  • Regenerationsfähigkeit verbessern
  • das Immunsystem stärken

Es ist individuell sehr unterschiedlich, wie schnell Kinder oder Jugendliche mit der Progressive Muskelentspannung vertraut werden, aber es kann einige Wochen dauern. Bereits längerfristig bestehende Störungen werden in aller Regel nicht plötzlich

verschwinden, vielmehr ist eine langsame Besserung wahrscheinlich. Entscheidend ist daher nicht die einzelne Übung, sondern das langfristige, tägliche Üben.

Durch Progressive Muskelentspannung soll den Kindern und Jugendlichen eine möglichst tiefgehende Entspannung ermöglicht werden.

Um dies zu erreichen, wird zunächst die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Muskelgruppe (z.B. Unterarm und Hand) gelenkt. Dann wird diese Muskelgruppe für etwa 10 Sekunden angespannt (z.B. Faust ballen), wobei die entstehenden Empfindungen möglichst genau wahrgenommen werden. Die Anspannung soll aber nicht übertrieben werden, sondern gut tun. Daraufhin erfolgt eine Entspannungsphase von etwa 30 Sekunden Dauer, während derer wiederum die Aufmerksamkeit auf die entstehenden Körperempfindungen gerichtet wird.

Der Übungsablauf ist so aufgebaut, dass die verschiedenen Muskelgruppen nacheinander in das Training einbezogen werden. Durch die Entspannung der Willkürmuskulatur wird eine gleichsinnige Wirkung auf die Gehirnaktivität und andere körperliche Funktionsbereiche ausgeübt, sodass ein körperlich-psychischer Entspannungszustand erreichbar ist. Eine derartige generelle Entspannung stellt quasi einen Gegenpol zu übermäßiger Anspannung dar, woraus sich der gesundheitliche Nutzen bei spannungsbedingten Beschwerden und Erkrankungen erklärt.

  • Dauer: 50 min
  • Kosten: 15 €/Sitzung, Insgesamt 10 Termine
  • max. Teilnehmerzahl: 8 Jugendliche

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Entspannungsverfahren